Ärztebewertungsportale - Heckenschützen im Internet ? 10.10.2011

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In der Zusammenfassung seines Essays kommt Herr Kollege Dr.Dr.Bickmann, Siegen,  zu folgenden Schlußfolgerungen:

Die neueste systematische Befragung zu unserer Einstellung zu Ärzteportalen hat die Stiftung Gesundheit im Jahre 2007 vorgelegt.  Demnach erwarten 72,8 Prozent der Ärzte, dass Empfehlungslisten über Ärzte voranschreiten werden und gut 92 Prozent der Ärzte stimmen der Aussage zu, dass Patienten großes Interesse daran haben, Ärzte empfohlen zu bekommen. 62% der Ärzte trauen den Patienten  nicht zu, über ihre fachlichen Qualitäten zu urteilen. Von der großen Mehrheit wird aber erwartet, dass die Empfehlungslisten den Erfolg einiger Kollegen stärken könnten. Wenn diese Zahlen auch mittlerweile vier Jahre alt sind, kann angesichts der Fragestellung von einer repräsentativen Erhebung gesprochen werden.

Die Glaubwürdigkeit der Bewertungslisten hängt zusätzlich von ihrer Möglichkeit ab, die Ergebnisse zu manipulieren. Selbst die sehr formale Befragung des AOK-Arztnavigators kann nicht verhindern, dass   Patienten unter frei erfundenen Mitgliedsnummern  abstimmen können oder dass sich Kollegen mit derselben Methode als Patient ausgeben können.

Ein weiterer Aspekt ist aber von allen Untersuchungen bisher nicht berücksichtigt worden: Die Ärztebewertungen sind nicht nur in Bezug auf die Arzt-Patienten-Beziehung relevant, sondern sie stellen auch für die Kostenträger und Gesundheitspolitiker einen wertvollen Datenpool dar. Im  Kontext von Integrationsverträgen oder  Verträgen nach §73a-c  SGB V kann die Bewertung der in Frage kommenden Praxen sehr wohl  die Basis für ein Ranking möglicher Vertragspartner abgeben. Soweit in die Zukunft gedacht müssen wir alles daran setzen, die Qualität der Einträge und die Einhaltung der Regeln bei ihrer Veröffentlichung  mit Argusaugen zu überwachen. Zur Zeit haben wir jedoch noch die Gewissheit, dass  uns gut zwei Drittel unserer Patienten  aus persönlicher Empfehlung von Freunden und Bekannten aufsuchen.

 

Den gesamten Artikel können sie hier nachlesen.

 



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