Brilon: Schulterschluß zwischen Arzt und Patient gelungen 23.04.2009

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Unter dem Motto "begrenzte Ärzte helfen begrenzt" wurde in der zum Teil stimmungsgeladenen bis hitzigen Veranstaltung deutlich, dass eine ausreichende ärztliche Versorgung in der Region nach derzeit geltenden Bedingungen zukünftig nicht mehr gewährleistet werden kann.  Wenn die Politik die Mittel begrenze, dann habe sie auch die Pflicht, dieses der Bevölkerung mitzuteilen. Nicht länger dürften die Schuldigen für Wartelisten - Zweiklassen-Medizin oder Budget orientiertes  Verordnungsverhalten  bei den Ärzten ausgemacht werden. Jede weitere Verunglimpfung der Ärzteschaft treibe diese nur noch mehr ins Burn out oder wahlweise ins Ausland, führte Dr. Ralf Certa, Chirurg aus Brilon, mit seinem Referat in das Thema ein.  In gleichem Sinn  machten auch sämtliche auf dem Podium sitzende Ärztevertreter wie auch Frau Hartwig als Bürgerinnenpatientin deutlich, dass die Politik für die Rahmenbedingungen verantwortlich sei.  Dr.Henning Förster, Medebach, Aufsichtsratsmitglied der ÄGWL erläuterte die Schwierigkeit, ärztlichen Nachwuchs aufs Land zu holen: "Persönlich könnte ich zufrieden sein, einen Nachfolger für meine Praxis gefunden zu haben -  nämlich meinen Sohn. ... dennoch plagt mich oft  ein schlechtes Gewissen, ihm schon bald  eine so verantwortungsvolle Aufgabe in einer so schwierigen Zeit zu übergeben, die so wenig Anerkennung und doch so große existenzielle Risiken beinhaltet.  Für meinen Sohn kann ich nur hoffen, dass sich die Dinge alsbald ändern werden."

 


hhd. Die zahlreichen auf dem Podium anwesenden Politiker versuchten sich in gewohnter Wahlkampfmanier und schossen sich unisono auf die - aus ihrer Sicht  -unzumutbare Neugliederung der ärztlichen Notfalldienste ein. Leider blieb hierbei erneut die Frage offen,  woher sowohl Ärzte als auch finanzielle Mittel für die Beibehaltung kleinteiliger Notfalldienstbezirke künftig kommen sollen. 


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