Vertrag unter Dach und Fach 03.07.2008

eingestellt von Dr. Hans-Heiner Decker

Die Vereinbarung strebt eine koordinierte Zusammenarbeit von besonders qualifizierten
Palliativmedizinern, Hausärzten und Fachärzten an, so dass die medizinische
Begleitung sterbenskranker Patienten  möglichst ambulant erfolgt
und unnötige Krankenhausbehandlungen vermieden werden können.
Vor Jahresfrist hatten die KVWL und die Ersatzkassen in Westfalen-Lippe
mit einem vergleichbaren Vertrag zur flächendeckenden Palliativversorgung
deutschlandweit Pionierarbeit geleistet (vgl. Beitrag auf Seite 18
dieser Pluspunkt-Ausgabe). Die Vertragsteilnahme ist für die Ärzte freiwillig,
sofern die Eingangsvoraussetzungen erfüllt sind und regelmäßige
Mitarbeit in Qualitätszirkeln mit den Palliativmedizinern erfolgt. Die Patienten
bzw. deren Angehörige teilen ihre Bereitschaft an den Hausarzt
schriftlich mit und werden so eingeschrieben, d. h. der zuständigen
Krankenkasse gemeldet. Teilnahmeberechtigt sind alle sterbenskranke
Krebspatienten, Aids-Patienten und Patienten mit fortgeschrittenen
chronischen Krankheiten im Endstadium ohne Heilungsaussicht. Speziell
ausgebildete Palliativmediziner stehen den Hausärzten beratend zur
Verfügung, um Krisensituationen der Patienten in ambulanter Betreuung
zu beherrschen. Ihr Sprecher und palliativmedizinischer Koordinator
der ÄGWL ist Dr. Friedrich Bergmann, Internist und Onkologe aus Lippstadt.
Dr. Hans-Heiner Decker, ÄGWLVorstandsmitglied: „Für Patienten
der Primärkassen konnte eine Versorgungslücke geschlossen werden.
Wichtig ist aber auch, dass die Palliativversorgung durch den betreuenden
Hausarzt nun erstmalig auch für alle Versicherten der GKV abgerechnet
werden kann.“

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