Ziele, Strategie und Aufbau

....was sind unsere Stärken

 
Die Genossenschaft für Ärzte - nur ein neuer Verein?

   1. Gesellschaftsform
   2. Förderauftrag der ÄGWL
   3. Umsetzung und Ziele
   4. Selbstverwaltung und Strukturen

Die Ärztegenossenschaft Westfalen-Lippe eG (ÄGWL) ist als genossenschaftliches Unternehmen des Dienstleistungssektors durch vier besondere Merkmale gekennzeichnet:
   
 
1. Die ÄGWL stellt eine Personengesellschaft von nicht geschlossener Mitgliederzahl dar. Insofern ist sie einem Verein ähnlich, der sowohl Eintritt als auch Austritt einfach (unter Berücksichtigung bestimmter Fristen) regelt. Die Satzung der ÄGWL legt fest, dass auch Angehörige komplementärer Heilberufe - und in begründeten Einzelfällen - auch andere natürliche und juristische Personen Mitglieder der ÄGWL werden können.

Damit unterscheidet sich die Genossenschaft sehr wesentlich von BGB-Gesellschaften, OHG, KG, Partnergesellschaften bei denen der Ein- bzw. Austritt von Gesellschaftern sehr kompliziert und nur mit Zustimmung aller Gesellschafter möglich ist. Die Rechtsform der Genossenschaft ist schon deshalb für die freiberufliche Ärzteschaft sinnvoll, wenn (aufgrund abrupter politischer Veränderungen im Vertragsarztwesen) rasch andere Versorgungsformen gefunden und in kurzer Zeit starke Mitgliederbewegungen bewältigt werden müssten.
   
   
2. Jede Genossenschaft – auch die Ärztegenossenschaft Westfalen-Lippe eG – muss als Voraussetzung dieser Rechtsform einen sog. Förderauftrag vorweisen. Dieser lautet: die Förderung der wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Mitglieder. Dieses Ziel kann erreicht werden, z.B. durch Förderung der freiberuflichen Tätigkeit (in und ausserhalb der GKV) durch günstige Einkaufskonditionen, Dienstleistungsangebote, Teilnahme an der Vertragsärztlichen Versorgung oder durch Vorteile der privaten Lebensführung (Serviceangebote, Reisen...)

All diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die wirtschaftliche Unabhängigkeit und Existenz ihrer Mitglieder und Familienangehörigen zu sichern. Eine Genossenschaft, die ausschließlich oder überwiegend ideelle Zwecke verfolgen würde, wäre unzulässig. Hierin unterscheidet sich die Genossenschaft sehr deutlich von den zahlreichen Ärzteverbünden, Netzen und berufspolitischen Vereinen, die ganz überwiegend ideelle oder berufspolitische Zielsetzungen verfolgen (Kommunikationsverbesserung, kollegialer Austausch, Vertretungsregelungen, Berufszufriedenheit, Qualitätsverbesserung, gewerkschaftliche Orientierung...).

Der genossenschaftliche Auftrag zielt also direkt auf die persönliche Förderung ihrer Mitglieder. Günstige Einkaufskonditionen und Rahmenvereinbarungen sind spürbar an das Mitglied zu dessen Entlastung weiterzugeben. Dies verhindert, dass Provisionen oder Verkaufserlöse maximal renditeorientiert von der Organisation der Genossenschaft „vereinnahmt“ werden.

Allerdings ist eine dauerhaft erfolgreiche Förderung der Mitglieder nur dann möglich, wenn Existenz und Wettbewerbsfähigkeit der Genossenschaft im Markt gesichert sind. Daraus folgt, dass auch die ÄGWL vom Grundsatz her eine klare Gewinnorientierung verfolgen muss und wird! Dies unterscheidet sie maßgeblich von der Rechtsform des Eingetragenen Vereines (e.V.) dem diese Gewinnorientierung schon von der Satzung her untersagt ist.
   
   
3. Der Förderzweck wird letztlich umgesetzt durch den Aufbau eines gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes. Die Ärztegenossenschaft besitzt eine eigene Organisation und ist im Rechtsverkehr als „juristische Person“ verselbständigt. Jedes Mitglied hat ein Recht auf Teilnahme am Geschäftsverkehr mit und in der Genossenschaft. Besonderes Kennzeichen ist dabei, dass das Mitglied als Träger und Teilhaber der Ärztegenossenschaft in einer Person gleichzeitig auch Kunde und Lieferant sein kann (sog. Identitätsprinzip). Mit der Organisation von Serviceleistungen, Seminaren und Beratungen von Kollegen für Kollegen wird die ÄGWL bemüht sein, diese (Dienst-)Leistungen marktgünstig anzubieten, um über derartige Kostenentlastungen eine besondere Identifikation mit der Genossenschaft zu erzeugen und den Förderauftrag bestmöglich umzusetzen. Hier wird das genossenschaftliche Prinzip der Selbsthilfe untereinander deutlich, welches die Bereitschaft ihrer Mitglieder voraussetzt, füreinander einzustehen.
   

   
4. Das Unternehmen wird besonders geprägt durch die genossenschaftlichen Grundsätze der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Die Mitwirkungsrechte der Mitglieder gehen weit über übliche Kundenbeziehungen hinaus. Die satzungsrechtlich bestimmte „Gewaltenteilung“ der drei Organe einer Genossenschaft (Vorstand, Aufsichtsrat, und Generalversammlung) sorgt dafür, dass stets eine demokratische Kontrolle der Unternehmensleitung nebst der vorgesehenen externen Aufsicht durch den genossenschaftlichen Prüfverband Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV) mit Sitz in Münster gewährleistet ist.

Dem Wunsch aller Mitglieder auf Teilnahme an der Selbstverwaltung kann über die aktiven Mitwirkungsrechte der Generalversammlung entsprochen werden. Gleichzeitig aber wird mit dem Vorstand eine handlungsfähige Geschäftsführung installiert. Es ist Aufgabe des Aufsichtsrates, als Bindeglied zwischen Vorstand und allen Mitgliedern (Generalversammlung) dafür zu sorgen, dass sich die Geschäfte nicht vom Förderzweck entfremden und damit die Identität der Mitglieder mit ihrer Genossenschaft in Gefahr gerät.

Das einer Genossenschaft typische Prinzip der Personenorientierung (d.h.: unabhängig von der Zahl der gehaltenen Geschäftsanteile erhält jedes Mitglied nur eine Stimme in der Generalversammlung) verhindert, dass eine Genossenschaft von außen (z.B. durch kapitalorientierte oder spekulative Investoren) majorisiert oder „liquidiert“ werden kann. Prinzip: "One man - one vote" !  Dies sichert der ÄGWL eine größere Unabhängigkeit als vielen rein kapitalorientierten Unternehmen.
   
   




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